Die Kommunikation

Du hast Dein Thema fürs Event, Redner*innen und einen Ort für die Veranstaltung. Jetzt ist die Kommunikation rund um Dein Event dran. Für eine barrierefreie Kommunikation empfiehlt es sich direkt am Eingang einen Infodesk einzurichten, der den Gästen weiterhilft, wenn sie Probleme bei der Orientierung haben. Einige Dinge sollten jedoch im Vorfeld schon organisiert werden. Zum Beispiel können die Veranstaltungsräume noch technisch ausgerüstet werden. Sensibilisiere Dein Personal für den Umgang auf Augenhöhe. Während der Veranstaltung benötigst Du Dolmetscher*innen und bestenfalls einen Livestream, um einen Austausch auch im Internet zu ermöglichen.

Eine Graphic Recorderin zeichnet Gedanken als Strichmännchen, Symbole und Schlagwörter auf ein Plakat.

Sophie Bayerlein (visual-notes.de) auf der Berliner Gazette Veranstaltung SLOW POLITICS in Berlin
Foto: Andi Weiland | berlinergazette.de (CC by)

Technik

Schwerhörige Menschen benötigen spezielle Technik, um den Vorträgen folgen zu können (FM-Anlage und Mikrofone). Diese muss rechtzeitig besorgt und installiert werden. Dazu gehören z.B. Höranlagen und eine Induktionsschleife. Über die Induktionsschleife können Audiosignale an Hörgeräte weitergeleitet werden. Ein Livestream im Internet ist für alle praktisch, die nicht vor Ort sein können, und außerdem für kontaktscheue Personen eine gute Alternative zur Veranstaltung.
Zusätzlich ermöglicht ein Graphic Recording eine schöne Visualisierung der Diskussionen. So können die Inhalte paralleler Workshops nachgelesen werden. Generell sind Stifte und Papier in den Gängen gut für den Austausch von Informationen wie Kontaktdaten und erleichtern zudem die Kommunikation mit gehörlosen Besucher*innen bzw. Redner*innen.

Sophie Bayerlein (visual-notes.de) auf der Berliner Gazette Veranstaltung SLOW POLITICS in Berlin
Foto: Andi Weiland | berlinergazette.de (CC by)

Dolmetscher*innen

Gehörlose Menschen und jene mit Lernschwierigkeiten benötigen eine Übersetzung der Vorträge. Je nach Bedarf (siehe Einladung) sollten diese frühzeitig gebucht werden. Die Dolmetscher*innen müssen zu jeder Zeit während etwaiger Vorträge oder Diskussionen gut sichtbar sein.

Eine Gebärdensprachdolmetscher gebärdet vor einem Publikum. Man sieht sie von hinten, nur ihre Handbewegung und Hinterkopf.

openTransfer CAMP 2016 #Inklusion in München
Foto: Andi Weiland | www.opentransfer.de (CC by nc)

Gebärdensprachdolmetscher*innen in Deutschland

Dolmetscher*innen für Gebärdensprache lassen sich über verschiedene Portale finden. Dolmetscherorganisationen, z.B. der Bundesverband der GebärdensprachdolmetscherInnen Deutschlands oder jener aus Norddeutschland, leiten Anfragen an ihre Mitglieder weiter. Darüber hinaus gibt es Verbände in den einzelnen Bundesländern und auch private Anbieter, wie etwa Laura M. Schwengber.

openTransfer CAMP 2016 #Inklusion in München
Foto: Andi Weiland | www.opentransfer.de (CC by nc)

Berufsfachverband der GebärdensprachdolmetscherInnen Baden-Württemberg e. V.

Berufsfachverband der GebärdensprachdolmetscherInnen Bayern e.V.

Berufsverband der Gebärdensprachdolmetscher/-innen Berlin/Brandenburg (BGBB) e. V.

Berufsverband der Gebärdensprachdolmetscher/innen in Bremen (breGSD)

Landesarbeitsgemeinschaft der Gebärdensprachdolmetscher_inn_en Hessen e.V.

Berufsverband der Gebärdensprachdolmetscher/innen in Niedersachsen e.V. − Begin e.V.

Berufsverband der GebärdensprachdolmetscherInnen NRW

Landesarbeitsgemeinschaft der Gebärdensprachdolmetscher/innen Thüringen e.V.

Berufsverband der GebärdensprachdolmetscherInnen in Sachsen-Anhalt BeGiSA e.V.

Berufsverband der Gebärdensprachdolmetscher/innen Sachsen e.V. (BVGS e.V.)

www.bvg-sachsen.de

Landesarbeitsgemeinschaft der Dolmetscherinnen für Deutsche Gebärdensprache im Saarland

LAG GSD Rheinland-Pfalz

Kleiner Tipp am Rande:

Sende den Dolmetscher*innen für Gebärdensprache mehrere Tage vor Deinem Event die Vortragsfolien Deiner Redner*innen zur Vorbereitung zu.

Eine Schriftdolmetscherin spricht den Text, der auf der Bühne gesagt wird, in ein Gerät. Dieses Gerät ist ihr wie eine Atemmaske um den Kopf gebunden. Im Hintergrund gebärdet eine Gebärdensprachdolmetscherin.

Tagung Inklusion im Fernsehen – Neue Perspektiven auf Behinderung in Köln
Foto: Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.de

Dolmetscher*innen für Schrift

Gäste, die gehörlos oder schwerhörig sind – aber auch jene, die mal kurz nicht zugehört haben – profitieren von der Schrift-Dolmetschung („Live Transkription”). Diese wird, z.B. angeboten von Verbavoice, Titelbild, Kombia oder dem Bundesverband der Schriftdolmetscher Deutschlands.

Tagung Inklusion im Fernsehen – Neue Perspektiven auf Behinderung in Köln
Foto: Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.de

Eine Dolmetscherin für Leichte Sprache sitzt in der Dolmetscherkabine. Sie trägt Kopfhörer und ein Mikrofon.

Anne Leichtfuß (leichte-sprache-simultan.de) auf dem Kongress INKLUSION2025 der Aktion Mensch in Berlin
Foto: Michael Bause

Leichte Sprache

Leichte Sprache brauchen Menschen, die kognitive Beeinträchtigungen wie das Down-Syndrom haben, oder deutsch noch nicht so gut verstehen, z.B. geflüchtete Menschen. Live-Dolmetschen in Leichter Sprache bietet z.B. Anne Leichtfuß an.

Anne Leichtfuß (leichte-sprache-simultan.de) auf dem Kongress INKLUSION2025 der Aktion Mensch in Berlin
Foto: Michael Bause

 

Ein Screenshot von der Seite des Eurovision Song Contest. Die Überschrift "Die ESC-Finalshow 2016 barrierefrei sehen und hören". Man sieht die Bühne mit vielen Zuschauerinnen und Zuschauern.

Screenshot von Eurovision.de „Barrierefrei sehen und hören“

Audiodeskription

Was auf der Bühne zu sehen ist, wenn Bilder oder Videos gezeigt werden, können Dolmetscher*innen für Audiodeskription sehbehinderten und blinden Menschen beschreiben. Eine Audiodeskription bietet sich bei Veranstaltungen an, bei der Filme oder schauspielerische Darbietungen vorkommen. Beim Eurovision Song Contest hat es schon geklappt. Anbieter ist z.B. Audioskript.

Screenshot von Eurovision.de „Barrierefrei sehen und hören“

Schulung Personal und Redner*innen

Auf vielen Wegen können die Beteiligten Deines Events auf Kommunikationsbarrieren vorbereitet werden. Dazu gehört z.B., dass das Personal für den Umgang mit Menschen unterschiedlichster Merkmale sensibilisiert wird und die Redner*innen informiert werden, wie sie mit gehörlosem und blindem Publikum interagieren. Auch die Buchung von Dolmetscher*innen sollte rechtzeitig eingeplant werden.

Eine Workshop-Geberin im Rollstuhl gibt einen Workshop. Sie sitzt vor einer Gruppe Menschen, die zuhören und mitschreiben an Tischen vor ihr.

Judyta Smykowski von Leidmedien.de bei dem Fachtag „AllerArt Inklusion“ der BKJ in Essen
Foto: Andi Weiland | BKJ

Personal

Verschiedene Organisationen bieten Schulungen an, um Berührungsängste und Fettnäpfchen im Umgang mit Leuten unterschiedlichster Merkmale zu vermeiden. Ein praktischer Tipp ist mit den behinderten Gästen oder Referent*innen direkt und nicht nur mit ihren Assistent*innen zu reden. Auch beispielsweise Blindenführhunde sind eine Assistenz und sollten bei ihrer Arbeit nicht gestört werden (besser Wasser hinstellen als streicheln). Die blinden Hundehalter*innen sollten die Möglichkeit haben, bei längeren Events mit den Hunden Gassi gehen zu können. Es ist daher hilfreich, ihnen den Weg zu einer Grünfläche in der Nähe des Veranstaltungsortes zu zeigen. 

Sensibilisierungstrainings können zum Thema Behinderung z.B. über den Verein Sozialhelden  und den Hamburger Blinden- und Sehbehinderten Verein, zu Antirassismus z.B. über ReachOut oder AfricAvenir International und zu sexueller Vielfalt z.B. über das Jugendmuseum Schöneberg oder den Lesben-und Schwulenverband Deutschland gebucht werden.

Judyta Smykowski von Leidmedien.de bei der Veranstaltung „AllerArt Inklusion“
Foto: Andi Weiland | BKJ

Ein Mann steht am Rednerpult und hält einen Vortrag. Im Hintergrund sind seine Vortragsfolien zu sehen.

Inklusion im Fernsehen – Neue Perspektiven auf Behinderung in Köln
Foto: Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.de

Redner*innen

Informiere die Redner*innen über Kommunikationshinweise: Sie sollten ihren Vortrag mehrere Tage vorher zu mailen, damit sich Gebärdensprachdolmetscher*innen und blinde Menschen darauf vorbereiten können. Auch ist es anzuraten, den Vortrag in verständlicher Sprache zu führen und nur Videos mit Untertiteln zu zeigen. Bilder, die in der Präsentation gezeigt werden, sollten für blinde Zuhörer*innen beschrieben werden. Es bietet sich außerdem an, sogenannte Triggerwarnungen auszusprechen, wenn im Vortrag z.B. Videos mit sensiblen Inhalten gezeigt werden.

Inklusion im Fernsehen – Neue Perspektiven auf Behinderung in Köln
Foto: Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.de

Kleiner Tipp am Rande:

Niemand gibt gern öffentlich zu, etwas nicht verstanden zu haben. Die Bedeutung von Anglizismen, Fremd- und Fachwörtern sind nicht jedem klar. Biete z.B. bei einer Podiumsdiskussion mit englischen Referent*innen an, ihr Gesagtes ins Deutsche zu übersetzen.

Für Zwischenfragen:

Vor allem in kleineren Workshop-Runden ist es möglich, mit Handzeichen zu kommunizieren. Handzeichen wie eine „quäkende Ente“ bedeutet „bitte das Wort erklären“, der „erhobene Arm“ heißt „bitte lauter reden“. Zudem kann die Gebärde für „Applaus“ generell übernommen werden. Wenn allerdings blinde Teilnehmer*innen anwesend sind, ist diese Methode für sie ausschließend.

Einladung

Die Gestaltung der Einladung bestimmt, ob sich Deine Gäste von Deinem Event angesprochen fühlen oder nicht. Neben schönem Design, sowie Informationen zum Programm und Ort, sind auch die Bedürfnisse der Gäste zu berücksichtigen (ob sie z.B. Gebärdensprachdolmetscher*innen benötigen oder einen Assistenzhund mitbringen). Es ist hilfreich für die Planung, Gäste bei der Anmeldung nach ihren Bedürfnissen zu fragen. Auch sind unterschiedliche Kontaktmöglichkeiten sinnvoll, da manche Menschen besser per Telefon als per Email kommunizieren können (z.B. blinde Menschen) oder anders herum (z.B. gehörlose Menschen).

Ebenso ist es ein guter Service der Einladung eine Beschreibung der Anfahrt mit Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln beizulegen. Auf der Webseite der Veranstaltung sollten Informationen zur Ausstattung und Barrierefreiheit des Veranstaltungsortes aufgeführt sein.

Kleiner Tipp am Rande:

Ein zu hoher Eintrittspreis kann für viele Menschen eine Hemmschwelle bedeuten, überhaupt zu kommen (z.B. arbeitslose, alleinerziehende oder studierende Menschen). Optionen sind u.a. Early Bird Tickets, Diversity Tickets, Eintritt nach Einkommen gestaffelt etc.

Auf einem Tisch liegen Broschüren. Eine ist in Braille-Schrift geschrieben.

Workshop Inklusion in der Öffentlichkeitsarbeit bei der Christoffel Blindenmission in Bensheim
Foto: Lilian Masuhr

Flyer, Broschüren und Plakate

Schrift auf durchsichtigem oder reflektierendem Papier ist schwer lesbar, die Papierstärke sollte mindestens 100 g/qm betragen. Bei gefalteten Broschüren möglichst eine einfache Falz verwenden. Die Flyer können in verschiedenen Versionen angeboten werden, z.B. auch in Brailleschrift, Großdruckversion und in Leichter Sprache.
Zeigen was man hat: Wenn bei der Veranstaltung in Gebärdensprache übersetzt wird, dann zeige dies auch auf den Flyern und Plakaten durch das Piktogramm mit gebärdenden Händen. Besser nicht nur von “barrierefreier Veranstaltung” sprechen, sondern genau das barrierefreie Angebot benennen.

Workshop Inklusion in der Öffentlichkeitsarbeit bei der Christoffel Blindenmission in Bensheim
Foto: Lilian Masuhr

Webseite – Barrierefreiheit online

Barrierefreiheit braucht man nicht nur offline, sondern auch online. Deine Webseite ist für viele potentielle Besucher*innen Deines Events die erste Anlaufstelle. Barrierefreiheit im Internet kann man auf inhaltlicher und auf technischer Ebene herstellen. Dazu gehören: Schrift und Farbe, HTML, Bilder, Videos, Podcasts und PDFs.

Bunter Hintergrund. Im Vordergrund 4 weiße Symbole nebeneinander. Alle vier Symbole stehen für Barrierefreiheit von Webseiten. Links ein Symbol für "Wahrnehmbarkeit", gezeigt durch zwei Sprechblasen. Daneben rechts das Symbol für "flexible Bedienbarkeit", gezeigt durch einen Kasten mit einem Häckchen. Daneben rechts ein Symbol für "Verständlichkeit", gezeigt durch einen nach oben zeigenden Daumen. Daneben rechts ein Symbol für "Robustheit", gezeigt durch eine Schraube eines Motors.

Bewusstsein für Barrieren

Auf vier Ebenen kann der Zugang zu Deiner Webseite erleichtert werden: Sie muss bedienbar, verständlich, robust und gut wahrnehmbar sein.

  • Wahrnehmbarkeit bedeutet, dass Informationen mit mindestens einem Sinn erfasst werden können. Das heißt z.B.: Wenn Du ein Foto hochlädst (Seh-Sinn), dann stelle dazu auch einen Text zur Verfügung (Alternativtext, den blinde und sehbehinderte Menschen über die Screenreader-Software hören). Bei Videos sind Untertitel wichtig für Menschen, die nicht hören können oder die Sprache nicht so gut verstehen.
  • Unter flexibler Bedienbarkeit versteht man z.B. die Nutzung der Webseite auch über die Tastatur (statt nur per Mausklick) und eine verständliche Struktur der Seite.
  • Die Verständlichkeit wird unterstützt durch gut lesbare Sprache (auch Gebärdensprache und Leichte Sprache) und intuitive Navigation.
  • Die Robustheit wird gesteigert, wenn die Web-Inhalte mit verschiedensten technologischen Hilfsmitteln zu nutzen sind (z.B. Software für Spracherkennung für beispielsweise körperbehinderte Menschen, Spezialmäuse oder der “Screenreader”, der Texte in Sprache für blinde Menschen ausgibt).
6 Kreise in unterschiedlichen Farben. Oben drei Kreise mit grauer oder schwarzer Umrandung und weißem oder gelben Inhalt. Sie stehen für gute Kontraste bei Grafiken. Darunter schlechte Kontraste: Kreise mit roten Umrandungen und weißem oder grünen Inhalt sind nicht gut, da es Menschen mit Rot-Grün-Seh-Schwäche gibt. Auch ein Kreis mit dunkelblauer Umrandung und hellblauem Inhalt bietet zu wenig Kontraste.

Farben

Wichtig ist, dass der Text und der Hintergrund einen großen Kontrast zueinander haben. Der Text sollte mindestens 4,5:1 bei Schriftgröße 18pt betragen, besser ist das Verhältnis 7:1. Die Farben Rot und Grün solltest Du nur in Verbindung mit einem unterscheidbaren Muster verwenden, damit Menschen mit Rot-Grün-Schwäche die Inhalte besser lesen können.

Spezial-Effekte:

Es empfiehlt sich auf Flashplayer zu verzichten, da dieser meist nicht kompatibel mit dem Screenreader ist. Auch flackernde Lichter können nachteilig sein, da sie eventuell epileptische Anfälle auslösen oder Leute in ihrer Konzentration ablenken.

Die Seite einfach-teilhaben.de zeigt ihre Informationen in verschiedenen Varianten. Dies kann man individuell einstellen. Es gibt einen Button für Alltagssprache, Leichte Sprache und Gebärdensprache. Auch kann die Schrift normal und groß eingestellt werden und die Darstellung auf normal oder Kontrast.

Screenshot: einfach-teilhaben.de

Schrift

Groß, deutlich, lesbar. Diese Aspekte sollten bei der Auswahl der Schrift im Vordergrund stehen. Es empfiehlt sich, eine Schrift ohne Serifen, wie Arial, Verdana oder Tahoma, zu nehmen, mindestens Schriftgröße 12. Außerdem gilt: Linksbündig vor Blocksatz; dies dient der besseren Lesbarkeit und man erkennt die Leserichtung besser. Du kannst auch über einen Button ermöglichen, die Schrift variabel vergrößern zu lassen.

Screenshot: einfach-teilhaben.de

Das Bild zeigt eine Frau mit weißem Shirt und Pflechtfrisur. Sie hält eine Seifenblasentube in der Hand und pustet Seifenblasen.

Screenshot von der WordPress-Medienverwaltung von Leidmedien.de

Bildbeschreibung

Da sehbehinderte und blinde Menschen Bilder nur über Text erfassen können, den sie sich vorlesen lassen (Software Screenreader), solltest Du Deine Bilder beschreiben. Im Blog geht das über den Alternativ-Text zum Bild (nicht zu verwechseln mit dem „Titel”). Dabei gibt es zwei Arten von Texten: reine Information oder visuelle Erfahrung. Letztere ist z.B. für ein Kunstwerk geeignet (man sollte dabei nur beschreiben, nicht interpretieren). Meist reicht eine kurze Beschreibung; nur Schaubilder oder Diagramme brauchen ausführlichere Texte.

Screenshot von der WordPress-Medienverwaltung von Leidmedien.de

Kleiner Tipp am Rande:

Social Media kann auch barrierefrei sein, wenn Du z.B. bei Facebook Deine Bilder beschreibst. Bei Twitter kannst Du über die Einstellung Barrierefreiheit ebenfalls Bildbeschreibungen verfassen.

Screenshot der Seite von der Sendung Yoin bei Sport1. Man sieht eine Übersicht aller verfügbaren Videos, entweder mit Untertiteln, mit Audiodeskription, mit Gebärdensprache, mit Leichter Sprache oder mit keinem Zusatzservice.

Screenshot: https://vimeo.com/channels/abmyoinall

Videos

Videos mit Untertiteln, Gebärdensprache oder Audiodeskription, also das Verschriftlichen und Erklären des Inhalts, sind ein Service für alle, besonders aber für schwerhörige, gehörlose, sehbehinderte und blinde Menschen. Von Untertiteln und der Abschrift profitieren wiederum auch Menschen, die Deutsch nicht so gut verstehen. Jedoch sprechen viele gehörlose Menschen vor allem die Gebärdensprache und sind nicht an Schriftsprache gewöhnt. Du erleichterst ihnen den Zugang zu Deinen Texten und anderen Inhalten, wenn Du zusätzlich eine Übersetzung in Gebärdensprache in Form eines Videos anbietest.

Die Audiodeskription ist ein Werkzeug, das Videos für blinde Menschen zugänglich macht. Dabei beschreibt ein*e Sprecher*in zwischen den Sprechsequenzen, was gerade im Film zu sehen ist.

Podcast
Biete zu einem Podcast möglichst eine Verschriftlichung an und setze unter ein Video Untertitel – und schon ist der Inhalt auch für gehörlose Nutzer*innen zugänglich.

Screenshot: https://vimeo.com/channels/abmyoinall

Das Bild zeigt eine Beschreibung der Webseite Leidmedien.de in Leichter Sprache. Die Sätze sind kurz, der Text ist blockartig. Zwischen den Zeilen gibt es einen großen Abstand. Neben dem Text ist ein gezeichnetes Bild. Es zeigt einen Mann der eine Frau interviewt.

Screenshot: http://leidmedien.de/leichte-sprache/

Texte in Einfacher / Leichter Sprache

Deine Texte erreichen mehr Leute, wenn sie verständlich formuliert sind. Darüber hinaus gibt es die so genannte Einfache Sprache und die Leichte Sprache, die nach bestimmten Regeln aufgebaut sind. Sie verzichten z.B. auf Fremdwörter, nutzen häufiger die aktive Form als die passive und keinen Konjunktiv. Besonders profitieren von dieser Art der Sprache Menschen mit Lernschwierigkeiten, aber auch jene, die nicht so gut lesen und schreiben können oder deren Muttersprache nicht Deutsch ist.

Jetzt den Ratgeber herunterladen:

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Jetzt Prüfer*innen für Leichte Sprache kontaktieren:

Jetzt Prüfer*innen für Leichte Sprache kontaktieren:

Diese Organisationen liefern zur Übersetzung auch passende Bebilderung (spezielle Grafiken). Nur sie dürfen das Label “Leichte Sprache” vergeben, nachdem sie Texte gelesen und korrigiert haben.

Screenshot: http://leidmedien.de/leichte-sprache/

Hintergrund Barrierefreiheit

Die Regeln für barrierefreie Webseiten wurden in Deutschland in der Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV) festgelegt (2011), die sich an internationalen Standards orientiert (“WCAG” der Web Accessibility Initiative (WAI)). Diese Regeln gelten zwar v.a. für die Webseiten von Behörden und öffentlichen Einrichtungen, aber auch die Privatwirtschaft ist dazu angehalten, ihr Angebot barriereärmer zu gestalten. Hintergrund sind Forderungen für Barrierefreiheit von Medien in der UN-Behindertenrechtskonvention und das Behindertengleichstellungsgesetz. Einige Seiten bieten einen ersten Überblick an:

Infoseiten für barrierefreie Gestaltung

Tools zum Prüfen einer barrierefreien Webseite

Gute Beispiele: Barrierefreie Webseiten

Jetzt die Checkliste herunterladen: